Maisach (ap) Beim
Gemeinschaftskonzert des Gesangvereins und des Akkordeonorchesters, beide aus
Maisach, machten insbesondere auch die Akkordeonspieler in der Dreifachturnhalle
Eindruck. Den internationalen Innsbrucker Wettbewerb im Mai bestanden sie auf
dem dritten Platz, bei den Bayerischen Meisterschaften im Juni landeten sie auf
dem ersten Platz, ein großer Erfolg. Das festlich anmutende Konzert wurde
von den Fridolinspatzen eröffnet. Bei beliebten Melodien konnte der Nachwuchs
des Gesangvereins, von Bettina Betz geleitet, das Gelernte ansprechend
vorsingen. "Hey, Pippi Langstrumpf" hieß der Auftakt, später schwärmten die
Kinder beim "Lummerlandlied" von der Eisenbahnfahrt durch eine
Phantasielandschaft. Der gemischte Chor, dessen Männerstimmen der Verstärkung
bedürften, konnte sich an einem Probenwochenende in Kempten mit Liebesliedern
von einst bis heute vertraut machen. Dass Dirigent Stefan Grünfelder übers bloße
Taktschlagen hinaus gestalterische Fähigkeit besitzt, könnte Außenstehende zum
Mitsingen verlocken. Der vierstimmige Chor ließ einer Serenade von Studenten,
die einer Angebeteten galt, das noch früher von Hans Leo Hassler komponierte
Lied "Jungfrau, dein schön' Gestalt erfreut mich sehr" folgen. Einfühlsam sang
der Chor "Ich fahr dahin, wenn es muss sein, ich scheid' mich von der Liebsten
mein", mit Sinn für das romantische Empfinden von Johannes Brahms, der hier ein
Lied des Lochamer Liederbuchs von 1460 als Minnelied neu fasste. Von Antonio
Perez Moya, der wiederum vor allem katalanische Volkslieder bearbeitet hat,
stimmt Grünfelder das Marschlied "El rossinyol" (Die Nachtigall) an. Scheinbar
mühelos brachte der Chor Filmmusik-Schlager zur Wirkung, etwa |
"Ach, ich hab' in meinem Herzen einen
wundersamen Traum", aus dem Film "Schwarzer Peter" von Norbert Schultze. "Is die
Liab net a Wunda?" fragten die sangesfreudigen Maisacher mit Lorenz Maierhofer,
dem Autor des letzten Liedes. Auf dem Podium versammelten sich nun die
Fridolinspatzen und das Schülerakkordeonorchester. Florian Lang sorgte als
Dirigent bei Stücken aus dem "Dschungelbuch" von Richard Sherman für
schwungvolles Miteinander. So wurde etwa auch der "Elefantenmarsch" aufgeführt
und abschließend "Probier's mal mit Gemütlichkeit!" Peter Pratter, der durchs
Programm führte, versprach in Teil II etwas Besonderes. Mit dem
Akkordeonorchester konnte Heike Kopatz, Nachfolgerin von Erich Sokollik, das
Versprechen bei der "Irischen Suite" von Matyas Seiber, in London als Schüler
von Kodaly seit 1935 tätig, halten. Im Wechsel besinnlicher und rhythmisierter
Sätze, beim Piano wie beim Forte bestachen die Akkordeonisten. Der
anspruchsvollen Komposition folgte der Rock'n-Roll-Drive von "See you later
alligator". Eine Bearbeitung des musikalischen Scherzes "Plappermäulchen" von
Josef Strauß schien Chor und Orchester auf den Leib geschneidert. Leicht und
luftig "plapperten" die Sängerinnen und Sänger, beschwingt musizierten die
Akkordeonspieler. Frisch und munter wirkte die "Tritsch-Tratsch-Polka"
ausgeführt, so wie seinerzeit Ludwig Ganghofer das Stück von Johann Strauß
schilderte: "Wie sich die Takte sputen! Wie sie sich drängen in wirbelnder Hast,
wie sie rauschen und fluten... Welle an Well'... Polka schnell!" Auf Heike
Kopatz folgte Stefan Grünfelder als Leiter beider Ensembles, dieser beendete das
Konzert mit einer schwungvollen, dabei zart und geheimnisvoll beginnenden
Wiedergabe des Walzers "An der schönen blauen Donau". Langer Beifall der großen
Besucherscharen. |