a-o-m.de > Berichte >    

Home

Konzert AOM

30  


Standing Ovations beim Jubiläumskonzert 

Das Akkordeonorchester Maisach feierte am vergangenen Samstag mit einem großen Konzert in der Dreifachturnhalle in Maisach seinen 30 Geburtstag. Zur Freude der Spieler folgten viele Zuhörer der Einladung. Im Mittelpunkt der Geburtstagsfeier standen zum einen die Musik, zum anderen die Menschen, die das Orchester und das Vereinsleben seit 1977 getragen und gefestigt haben.

Alle drei Orchester gaben dazu ihren musikalischen Beitrag. Den Anfang machte das Erwachsenenorchester mit der beeindruckenden Ouvertüre aus „Egmont“ von Ludwig van Beethoven. Schon mit dem ersten Klang wurde die Turnhalle zum Konzertsaal. Im Anschluss zeigte das Schülerorchester unter Leitung von Anna Sherashevskaya mit „Memory“ aus dem Musical „Cats“, dass es  bereits gefühlvoll miteinander musizieren kann – obwohl manche Spieler das Instrument erst seit Kurzem lernen. „Chalojmes“, das von Florian Lang in Anlehnung an die jüdische Musiktradition komponiert wurde, wurde im Anschluss von der Spielgruppe „Five And The Bass“ vorgetragen. Christine Fendt, Christina Vetterl, Margarete und Veronika Zettl sowie Rebecca Freitag sind bereits ein eingespieltes Team und haben ihr Können auch schon bei zahlreichen Wettbewerben erfolgreich unter Beweis gestellt.

Dann folgte der Auftritt des Jugendorchesters unter der Leitung von Florian Lang. Die jungen Spieler gaben einen gelungenen Einblick in die Bandbreite ihres Repertoires. Bekannte rhythmische Melodien aus dem Film „Blues Brothers“, aber auch der sensible Vortag eines Tangos von Astor Piazzolla zeigten, dass das Orchester sich in jeder Stilrichtung zu Hause fühlt. Zum Schluss stand die „Russische Fantasie“ auf dem Programm. Im Mai dieses Jahres gab es dafür beim internationalen Akkordeonfestival in Innsbruck das Prädikat „ausgezeichnet“, am Samstagabend gab es dafür tosenden Beifall vom begeisterten Publikum.

Nach der Pause nahm das Erwachsenenorchester wieder auf der Bühne Platz. Heike Tolksdorf, die das Orchester seit sieben Jahren dirigiert gab den Einsatz zur „Ballettsuite“ von Hans Brehme. Das Stück ist bei Wettbewerben der Höchststufe zugeordnet. Der erste Satz ist ein markanter, kraftvoller „Marsch“. Ihm folgt der „Tango“, mit dem Brehme einen Blick auf die modische Tanzmusik seiner Zeit wirft. Der dritte Satz ist mit „Intermezzo“ überschrieben und suggeriert daher lediglich ein kurzes Zwischenspiel. Dabei stellt die kunstvolle polyphone Verarbeitung den kompositorischen Höhepunkt des Werkes dar. Die Ballett-Suite endet in einer rasanten „Tarantella“ mit virtuosen Tonleiterpassagen. Gerade der Wechsel zwischen ruhigen Melodien und temperamentvollen Läufen ist eine Stärke des Maisacher Orchesters und ging dem Maisacher Publikum daher leicht ins Ohr.

Abwechslung boten die beiden folgenden Stücke „Fracanapa“ von Astor Piazzolla und „Millermoaler Tango“ von Rainer Oberbeck. Das Duo tonART mit Florian Lang am Akkordeon und Ulrich M. Bauer an der Gitarre hat die beiden Stücke eigens für seinen individuellen und besonderen Vortrag arrangiert.

Den Abschluss des Konzerts gestaltete das Erwachsenorchester mit „Aquarelli Cubani“ von Luciano Fancelli und mit „Eine kleine Lachmusik“ von Wolfgang Schröder. Bei letzterer gab es nicht nur etwas zu hören, sondern auch zu sehen. Zwischen die bekannten Melodien aus Mozarts „kleiner Nachtmusik“ gesellen sich auf einmal fremde, aber trotzdem vertraute Töne. „In München steht ein Hofbräuhaus“, „Radetzkymarsch“ oder „Die Moldau“ erklingen zur Überraschung der Zuhörer, dazwischen stampfen die Akkordeonisten mit den Füßen auf, pfeifen oder trinken Schnaps. Auf diese Weise wurde der Vortrag zu einem kleinen Theaterstück und vom Publikum mit stehenden Ovationen und lautem Beifall belohnt. Natürlich gab es eine Zugabe, die vor allem zur Freude der Spieler vom Gründer des AOMs Erich Sokollik am Schlagzeug begleitet wurde.

Sein kurzer Dank ging vor allem an die Dirigenten und Organisatoren, die nach seinem Aufhören die Orchesterarbeit weitergeführt haben. Auch das Grußwort der Gemeinde von Sylvia Huttenloher und die Ansprache der Vizepräsidentin des Bundestages Gerda Hasselfeldt griffen diese Aspekte auf und stellten besonders das ehrenamtliche Engagement, die Jugendarbeit und die Bereicherung des Kulturlebens in Maisach heraus.

Um auch die Geschichte des Orchesters und des Vereinslebens Revue passieren zu lassen, gab es Rückblicke mit Ton und Bild, die von ehemaligen und aktiven Spielern des Orchesters moderiert wurden. Dabei wurden Erinnerungen an die Orchesterfahrt nach Spanien, an vergangene Wettbewerbe und gemeinsame Aktivitäten wieder wach. Zum Geburtstag und zur Überraschung für die Spieler gab es eine riesige Torte, die im Anschluss an das Konzert angeschnitten wurde. Spieler und Gäste stießen dazu gemeinsam mit einem Glas Sekt auf das Jubiläum und das gelungene Konzert an.