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Auftritt

2006  

 
Das Publikum sang laut mit
Ausverkauftes Konzert des MGV Emmering in der Amperhalle

Emmering - Ein ganz normales Konzert war es nicht, was da in der Amperhalle vor gut 600 Zuhörern zum Aprilauftakt abging. Oder ist es normal, wenn das Publikum bei den Vorträgen der Sänger und Musiker einfach stellenweise laut mitsingt? Aber: selber schuld, könnte man dem MGV Emmering antworten, sollte er, was aber unwahrscheinlich ist, sich darüber beschweren. Dann darf man kein Programm zusammenstellen, in dem ein Ohrwurm den anderen über die Bühne jagt.

Und auch kein Gäste einladen wie die Band Spring Point, deren Klarinettist allein schon für Begeisterungsstürme zu sorgen in der Lage ist, und auch nicht das Akkordeonorchester Maisach, das nicht umsonst schon Europameister war. Damit der Meister nicht genug: Eröffnet wurde der Abend mit einem Charleston aus den 20er-Jahren, getanzt von den Vizeweltmeistern der Tanzfabrik Überacker, die zum Ende des Abends nochmals in großer Besetzung ein Boogie-Potpourri zu Melodien der Siebziger vorführten.

Dazwischen lagen Stücke vom Wolgalied von Franz Lehar, gesungen vom Tenor Günter Mayr und dem Männerchor (mit wunderschön rundem Klang!) über bekannte Lieder der Comedian Harmonists, vorgetragen vom Akkordeonorchester und "Bei mir bist du scheen! von Spring Point. Die "Caprifischer" begleitete der Peruaner Cesar Tapio Mega mit der Mandoline, die leider im Gesamtklang von Chor und Begleitband etwas unterging. Sein hohes Können bewies er aber im zweiten Teil durch eine Soloeinlage mit Liedern aus Italien und Südamerika. Waren die Lieder des Männerchors (Leitung: Hubertus Spill) von den Titeln her bekannt, so "Heimat deine Sterne", der "Kriminaltango" oder "Tanze mit mir in den Morgen", um nur einige zu nennen, waren die Zuhörer in ihrer Mehrheit immer wieder überrascht, welch bekannte Melodien sich hinter Titeln wie "Wild cats blues", "Tico tico" oder "Petit fleur" verbargen, die von Spring Point meisterlich dargeboten wurden. Was da besonders in den Klarinettensoli geboten wurde - alle Achtung. Hugo Strasser und Kollegen könnten es nicht besser.

Dazu bewies dann noch das Akkordeonorchester Maisch, wie differenziert ein Lied wie "Chanson d'amour" von einer großen Instrumentalgruppe dargeboten werden kann. Dass am Schluss der Ruf nach Zugaben laut wurde, war ein logischer Abschluss des Konzerts. Es war ein Abend, der beste Werbung machte für die Kultur auf dem Lande. Da bedarf es keiner weltbekannten und hochbezahlten Profis, um der Bevölkerung etwas zu bieten. Man stelle sich vor: Die Drei Tenöre und dann im Publikum mitsingen. So wie an diesem Abend machte es allen Beteiligten sicher mehr Spaß.

aus: "Fürstenfeldbrucker Tagblatt" vom 04.04.06