Das Publikum sang laut mit
Ausverkauftes Konzert des MGV Emmering in der Amperhalle
Emmering - Ein ganz normales Konzert war es nicht, was da in der
Amperhalle vor gut 600 Zuhörern zum Aprilauftakt abging. Oder ist es
normal, wenn das Publikum bei den Vorträgen der Sänger und Musiker einfach
stellenweise laut mitsingt? Aber: selber schuld, könnte man dem MGV
Emmering antworten, sollte er, was aber unwahrscheinlich ist, sich darüber
beschweren. Dann darf man kein Programm zusammenstellen, in dem ein
Ohrwurm den anderen über die Bühne jagt.
Und auch kein Gäste
einladen wie die Band Spring Point, deren Klarinettist allein schon für
Begeisterungsstürme zu sorgen in der Lage ist, und auch nicht das
Akkordeonorchester Maisach, das nicht umsonst schon Europameister war.
Damit der Meister nicht genug: Eröffnet wurde der Abend mit einem
Charleston aus den 20er-Jahren, getanzt von den Vizeweltmeistern der
Tanzfabrik Überacker, die zum Ende des Abends nochmals in großer Besetzung
ein Boogie-Potpourri zu Melodien der Siebziger vorführten.
Dazwischen lagen Stücke vom
Wolgalied von Franz Lehar, gesungen vom Tenor Günter Mayr und dem
Männerchor (mit wunderschön rundem Klang!) über bekannte Lieder der
Comedian Harmonists, vorgetragen vom Akkordeonorchester und "Bei mir bist
du scheen! von Spring Point. Die "Caprifischer" begleitete der Peruaner
Cesar Tapio Mega mit der Mandoline, die leider im Gesamtklang von Chor und
Begleitband etwas unterging. Sein hohes Können bewies er aber im zweiten
Teil durch eine Soloeinlage mit Liedern aus Italien und Südamerika. Waren
die Lieder des Männerchors (Leitung: Hubertus Spill) von den Titeln her
bekannt, so "Heimat deine Sterne", der "Kriminaltango" oder "Tanze mit mir
in den Morgen", um nur einige zu nennen, waren die Zuhörer in ihrer
Mehrheit immer wieder überrascht, welch bekannte Melodien sich hinter
Titeln wie "Wild cats blues", "Tico tico" oder "Petit fleur" verbargen,
die von Spring Point meisterlich dargeboten wurden. Was da besonders in
den Klarinettensoli geboten wurde - alle Achtung. Hugo Strasser und
Kollegen könnten es nicht besser.
Dazu bewies dann noch das
Akkordeonorchester Maisch, wie differenziert ein Lied wie "Chanson d'amour"
von einer großen Instrumentalgruppe dargeboten werden kann. Dass am
Schluss der Ruf nach Zugaben laut wurde, war ein logischer Abschluss des
Konzerts. Es war ein Abend, der beste Werbung machte für die Kultur auf
dem Lande. Da bedarf es keiner weltbekannten und hochbezahlten Profis, um
der Bevölkerung etwas zu bieten. Man stelle sich vor: Die Drei Tenöre und
dann im Publikum mitsingen. So wie an diesem Abend machte es allen
Beteiligten sicher mehr Spaß.
aus: "Fürstenfeldbrucker
Tagblatt" vom 04.04.06 |