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Neujahrskonzert

2006  


 
Ein buntes Feuerwerk der Töne
Gelungene Auftaktveranstaltung zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Maisach

Maisach - Hoffentlich waren keine Berufsmusiker unter den Zuhörern des musikalischen Auftaktkonzerts zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Maisach in der Dreifachturnhalle, sie hätten wohl Selbstzweifel an ihrer Daseinsberechtigung entwickelt. Denn was die "Laien" von Akkordeonorchester, Blaskapelle und Gesangverein Maisach an diesem Abend darboten, hatte höchstes professionelles Niveau. Die Maisacher, die diesen Abend nicht wahrgenommen haben, haben etwas versäumt.

Gleich zu Beginn bewies die Blaskapelle dem kommenden Mozartjahr seine Reverenz mit der als Marsch gesetzten Arie des Figaro: wer sagt da noch, dass Opernmusik langweilig sein muss. Und die folgende Walzermusik erinnerte an vertraute Klänge der 20er und 30er Jahre.

Wer bist dahin die Füße noch stillhalten konnte, dem begannen sie spätestens beim Tango des Akkordeonorchesters unter Leitung seines "Gründervaters" Erich Sokollik zu zucken: Die hohe Kunst an den Tasten und der argentinische Rhythmus bewiesen eindrucksvoll, warum das Orchester 2004 Europameister geworden war.

Mit vier Madrigalen brachte der Gesangverein etwas ruhigere Weisen in die Halle. Unter der Leitung von Christian Meister (Bürgermeister Gerhard Landgraf: "Ich beneide ihn, ich war auch mal so schlank - aber nicht so gut.") sang der Chor äußerst intonationssicher und gepflegt, selbst verzinkte Synkopen wurden sicher gemeistert. Schade, dass der Charakter der Beiträge von den kräftigen Klängen der beiden Orchester in der Erinnerung in den Hintergrund gedrängt wurde.

Beim folgenden Tscherkessentanz bewies das Blasorchester seine Fähigkeit auch zu ruhigen, malerischen Klängen. Klarinetten- und Oboensoli ließen Bilder der russischen Steppe vor den Zuhörern erscheinen - Reiseerfahrungen ließen grüßen. Und mit der "Rhapsody in Blue" von George Gershwin zeigte das Akkordeonorchester die nahe Verbindung von Jazz und Klassik auf.

Im zweiten Teil des von Steffi Haug und dem Leiter der Blaskapelle, Franz Kellerer, angenehm zurückhaltend moderierten Konzerts entführte die Blaskapelle nach Amerika: Ein Potpourri von Sinatramelodien von "New York, New York" bis "I did it my way" erinnerte wohl viele Maisacher an vertraute Plätze. Doch mit "Lord of the dance", der Musik der "Dance Company", holte das Akkordeonorchester die Zuhörer wieder in europäische Gefilde zurück. Und mit dem "Böhmischen Traum" der Blaskapelle war dann auch wieder der heimatliche Bereich erreicht, aus dessen Liedgut der Gesangverein den abschließenden Teil des Konzertes gestaltete. Nur sehr selten ist ein so weicher und gepflegter Einsatz der Männerstimmen zu Beginn von "Wach auf, mein's Herzens Schöne" zu hören! Und auch das zum Schluss hinleitende "Kimmt schö hoamli die Nacht" wird selten so gefühlvoll gesungen.

Doch was wäre ein Neujahrskonzert - als solches war es ja angekündigt - ohne Zugabe, und die brachten Blaskapelle und Chor gemeinsam zum Klingen: den Radetzkymarsch. Der Abend war ein Erlebnis und dazu noch als Dreingabe das Beste: Alles ohne Verstärkeranlage.

aus: "Fürstenfeldbrucker Tagblatt" vom 09.01.05.

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