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30
Jahre Tastenzauber und an „Feierabend“ denkt noch keiner...
Am 16. Dezember 1977
stand das Akkordeonorchester Maisach mit der „Feierabend-Ouvertüre“
zum ersten Mal auf der Bühne. Ob der musikalische Leiter Erich
Sokollik damals zu hoffen wagte, dass er mit diesem Auftritt die „Ouvertüre“
zu einer Entwicklung legte, die aus Maisach eine wahre
Akkordeonhochburg machte?
Von Anfang an
nahmen die Maisacher Akkordeonisten gerne an Wettbewerben teil. Die
Möglichkeit, zu Jugendlichen aus anderen Gruppen Kontakt aufzunehmen,
der Nervenkitzel bei der Preisverteilung und das Gemeinschaftsgefühl,
das bei solchen Unternehmungen aufkommt, reizt die Spieler auch heute
noch. Bei den Bayerischen Akkordeonmeisterschaften in Heidelberg wagte
sich das Orchester 1978 zum ersten Mal vor ein Wertungsgericht und
erhielt das Prädikat „gut“. Zwei Jahre später in Gersthofen
stellte dasselbe Resultat sehr zufrieden, da die Konkurrenz weitaus
größer war. Doch schon 1980 bei den Wertungsspielen in Straubing
durfte das Ensemble fast das Siegertreppchen betreten: Mit einem
vierten Platz und dem Prädikat „sehr gut“ wurden die Jugendlichen
und ihr Dirigent für ihren Einsatz belohnt.
Auch die
Maisacher Bürger bemerkten in den Jahreskonzerten der Musikschule die
Fortschritte der jungen Akkordeonisten, deren Zahl kontinuierlich
anstieg. Im Schuljahr 1980/81 konnte das Orchester in ein Schüler-
und in ein Jugendorchester aufgeteilt werden. Zusammen mit dem
Traunreuther Akkordeonorchester gestalteten die neuformierten Gruppen
eine festliche Matinee in der Musikhochschule in München. Im
folgenden Jahr machte sich der Dirigent Erich Sokollik mit einem
ersten und einem zweiten Platz bei den Bayerischen Meisterschaften in
Mering selbst das schönste Geschenk zu seinem anstehenden
10-jährigen Jubiläum als Lehrer der Musikschule
Maisach/Kreismusikschule Fürstenfeldbruck. Zu diesem Anlass
bestritten die frischgebackenen Bayerischen Meister und Vizemeister
zum ersten Mal ganz alleine ein abendfüllendes Programm. Auch die
Eltern der Spieler trugen mit Talent zur Organisation und Dekoration
zum Gelingen des Festkonzertes in der Turnhalle der Grundschule
Maisach bei. In den kommenden Jahren wären die Konzerte des
Akkordeonorchesters Maisach ohne deren Mithilfe nicht denkbar gewesen.
Mehrere
Auftritte inner- und außerhalb der Landkreisgrenzen, z.B. in der
Weilheimer Fußgängerzone, sowie Arbeitswochen in der
Jugendbildungsstätte Windberg, zum Teil gemeinsam mit befreundeten
Orchestern, trugen dazu bei, dass die beiden Orchester an Routine
gewannen. So war es nicht verwunderlich, dass die Maisacher
Akkordeonisten bei den Wertungsspielen in Regensburg 1984 mit „ausgezeichnet“
abschnitten, und das Schülerorchester erneut einen Pokal
(3.Platz) mit nach Hause brachte.
Zu Beginn des
Schuljahres 1984/85 rückte aufgrund zahlreicher Abgänge aus dem
Jugendorchester fast das komplette Schülerorchester auf, während mit
Hilfe der Allerjüngsten eine „Nachwuchsmannschaft“ formiert
wurde. Um möglichst bald wieder an den Leistungsstand vergangener
Tage anknüpfen zu können, wurde in den Osterferien 1985 eine
Arbeitswoche in Füssen durchgeführt. Doch schon bei den nächsten
Wertungsspielen in Herzogenaurach 1986 wurden alle Bedenken, dass das
Niveau der Orchester durch die zahlreichen Umbesetzungen gelitten
haben könnte, zerstreut: Das neugegründete Schülerorchester
erreichte bei seiner ersten Wettbewerbsteilnahme den ersten Platz, und
das Jugendorchester stand in der nächsthöheren Kategorie mit einem
dritten Preis kaum nach. Einige Wochen später wurde dieser Erfolg mit
einem Unterhaltungskonzert im Maisacher Bräustüberl nochmals
ausführlich gefeiert.
Anschließend begannen sofort die
Proben für die bis dahin weiteste Reise der Maisacher Akkordeonisten:
In den Pfingstferien 1987 organisierte der Dirigent im Rahmen des
10jährigen Gründungsjahres des Orchesters eine Reise nach Spanien
zum III. Internationalen Musikfestival von Callela. Konzerte unter
freiem Himmel, die Bekanntschaft mit Musikern aus ganz Europa, Sonne,
Strand und Meer sowie eine Stadtrundfahrt durch Barcelona machten
diese Woche für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Am 18.März
1988 ließen die beiden Orchester und ihr Dirigent Erich Sokollik bei
einem großen Jubiläumskonzert die vergangenen 10 Jahre seit der
Gründung des AOM Revue passieren. Eröffnet wurde der musikalische
Abend mit der Feierabend-Ouvertüre, zur Erinnerung an den ersten
Auftritt 1977 und an den Gewinn des Bayerischen-Meister-Titels
1982 in Mering. Nach der Pause standen „Die Großstadtbilder“ von
Hans Rauch auf dem Programm. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand,
dass diese Suite in vier Sätzen in der Orchestergeschichte ebenfalls
eine bedeutende Rolle spielen würde. Nur drei Monate später gelang
den Akkordeonisten, unter anderem mit dem Vortrag des obengenannten
Werkes, der bis dahin größte Triumph bei den Bayerischen
Akkordeonmeisterschaften in Landshut. Die Maisacher nahmen mit zwei
Orchestern und einer Spielgruppe in drei verschiedenen Kategorien an
dieser Ausscheidung teil und landeten dreimal ganz oben, mit jeweils
dem bestmöglichen Prädikat. Beim Gedanken an diese Preisverteilung
bekommen alle Beteiligten noch heute eine Gänsehaut. Wieder hatte
sich die intensive Vorbereitung während einer Arbeitswoche in Pullach
gelohnt.
Dieser Erfolg
veranlasste das Jugendorchester, sich ein Jahr später erstmals
internationaler Konkurrenz zu stellen: Ein dritter Platz beim
Internationalen Musikfestival in Innsbruck, ebenfalls mit den
Großstadtbildern, bestätigte das überragende Ergebnis von Landshut.
Im selben Jahr lockten die Musiker erneut zahlreiche Zuhörer in die
Grundschulturnhalle, um sie auf eine musikalische Weltreise zu
führen, denn das Jahreskonzert 1989 stand unter dem Motto „Über
Land und Meer“. Am Jahresende ging die Gruppe selbst wieder auf die
Reise, einer Einladung der Schönaicher Akkordeonorchester folgend.
Das gemeinsame Konzert, ein ausführliches Sonntagsfrühstück in den
Backstuben einer Bäckerei und der abschließende Ausflug in die
Umgebung von Schönaich ist allen in positiver Erinnerung geblieben.
Mittlerweile
hatten sich aus den Reihen der Orchesterspieler auch Spielgruppen
gebildet, die zu den verschiedensten Anlässen auftreten und die
Konzerte mitgestalten. Diese beteiligten sich auch bei den Bayerischen
Akkordeonmeisterschaften 1990, die in Germering stattfanden. Dabei
erreichten die drei Ensembles zwei erste Plätze und einen zweiten
Platz. Das Jugendorchester musste bei diesem Wettbewerb erstmals in
der Kategorie Senioren (Oberstufe) antreten, konnte sich aber dennoch
durchsetzen und erhielt das Prädikat „hervorragend“ sowie den
zweiten Preis zugeteilt. 1992 bewiesen die Spielgruppen erneut ihr
Können und erspielten sich in Erlangen zwei Bayerische-Meister-Titel.
Bei den Orchestern mischten diesmal die Schüler wieder ganz vorne mit
und erhielten den zweiten Preis in der Elementarstufe.
Zwei Gründe
gab es im Jahre 1993, erneut ein großes Jubiläumskonzert auf die
Beine zu stellen: das 15-jährige Bestehen des Akkordeonorchesters und
die 20-jährige Lehrtätigkeit des musikalischen Leiters Erich
Sokollik. Da die Grundschulturnhalle bei den vergangenen Konzerten
bereits beinahe aus den Nähten geplatzt war, wagte man sich aus
diesem Anlass in die wesentlich größere Dreifachturnhalle der
Realschule Maisach, die von zahlreichen Eltern festlich dekoriert
wurde. Hatte man in den vergangenen Konzerten durch Geigen- und
Xylophonsoli für Abwechslung gesorgt, so wurde diesmal das von einem
Bariton vorgetragene Lied „Granada“ vom Akkordeonorchester
untermalt. Die Akkordeonisten hatten auf diesem Gebiet bereits in
Gemeinschaftskonzerten mit dem Gesangverein Maisach und dem
Männergesangverein Emmering Erfahrung gesammelt.
Im folgenden
Jahr war endlich Zeit, die lang versprochene Einladung an das
Partnerorchester aus Schönaich wahrzumachen. Gemeinsam gestalteten
die beiden Gruppen am 19.November 1994 ein Konzert in der Maisacher
Dreifachturnhalle. Anschließend wurde bis tief in die Nacht hinein im
Jugendhaus Gelbenholzen, in dem die Gäste untergebracht waren,
gesungen und getanzt, wobei die Dirigenten Erich Sokollik und Wolfgang
Ruß selbst zu ihren Instrumenten griffen. Das Jugendgästehaus wird
vom Akkordeonorchester Maisach des Öfteren für Probenwochenenden
genutzt.
1995 standen
gleich zwei Wettbewerbe auf dem Programm. Von den Bayerischen
Meisterschaften in Türkheim brachte das AOM vier Pokale mit nach
Hause. Beide Orchester plazierten sich in ihrer jeweiligen Kategorie
auf dem zweiten Rang. Weiterhin wurden von den Spielgruppen ein
zweiter und ein dritter Preis erspielt. Alle vier Formationen
erhielten ausgezeichnete oder hervorragende Prädikate. Dieses
Ereignis wurde aber bereits zwei Monate später durch eine andere
Veranstaltung in den Schatten gestellt: Erneut packten die Spieler
ihre Koffer und brachen an einem Samstag im Mai um 4.00 Uhr morgens
zum V. Internationalen Musikfestival nach Innsbruck auf. Bereits um
8.00 Uhr trat dort zum ganzen Stolz ihres Lehrers eine Spielgruppe in
der Höchststufe an und erhielt bei der Preisverteilung am nächsten
Tag das Prädikat „ausgezeichnet“. Die zweite Spielgruppe, die in
der Oberstufe teilnahm, konnte sogar einen Pokal gewinnen. Eine
weitere Trophäe erspielte sich das Schülerorchester durch eine
zweite Plazierung in der Elementarstufe. Alle Erwartungen übertraf
jedoch das Akkordeonorchester Maisach, das sich mit den „Dalmatinischen
Tänzen“ in der Oberstufe Senioren gegenüber 35 Konkurrenten aus
ganz Europa durchsetzen konnte und den ersten Preis mit nach Hause
nahm.
Überwältigt
von der Atmosphäre in Innsbruck und angespornt durch den Sieg stand
für die Spieler schon damals fest: Im nächsten Jahr beim
Internationalen Musikfestival in Kopenhagen, der Kulturhauptstadt
Europas 1996, sind wir wieder dabei! Die Planungen wurden sofort in
Angriff genommen, und so trat das Akkordeonorchester im Mai 1996 mit
seinem Fanclub aus Eltern und Freunden die zwanzigstündige Busfahrt
nach Dänemark an. Trotz einem Auftritt im Vergnügungspark Tivoli
unmittelbar nach der Ankunft und der Teilnahme an den Wertungsspielen
blieb noch Zeit für eine Stadtbesichtigung. In Kopenhagen stellte
sich die prickelnde Gänsehaut nicht erst bei der Preisverteilung ein:
Durch die intensive Probenarbeit und die gemeinsame Fahrt hatte sich
ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das sich in der
gelungenen Darbietung des Stückes „Zirkus, Zirkus“ zeigte. Schon
nach dem Schlussakkord war allen klar, dass ein weiterer persönlicher
Höhepunkt erreicht war, unabhängig von der Entscheidung der
Wertungsrichter. Die Spieler fielen sich in die Arme und feierten ihre
Leistung und ihre Freundschaft ausgiebig in den folgenden zwei
Nächten bis zur Siegerehrung, bei der sie den zweiten Preis zugeteilt
bekamen.
Doch nicht nur
Wettbewerbe, Konzerte und Reisen stärken das ausgeprägte
Gemeinschaftsgefühl der jungen Musiker, auch fast jährlich
stattfindende Grillfeste an umliegenden Seen, Weihnachtsfeiern und
Ausflüge zum Schifahren oder Baden tragen dazu bei. Ein Teil der
Reisekosten wurde durch den Verkauf von Gebäck und Getränken beim
Maisacher Advent und bei der Hobbykünstlerausstellung der Gemeinde
Maisach erwirtschaftet. Die musikalische Untermalung durch das AOM ist
bei solchen Gelegenheiten nicht mehr wegzudenken.
Die Erfolge
des Orchesters sind auf das hohe musikalische Niveau und Engagement
des Orchesterleiters Erich Sokollik zurückzuführen, der seit 1972 in
Maisach Akkordeon und Schlagzeug unterrichtet und seinen Schülern
eine solide Ausbildung vermittelt. Aus den Reihen der Maisacher
Akkordeonisten gehen auch immer wieder Spieler mit
überdurchschnittlichen solistischen Fähigkeiten hervor. Diese
stellen ihr Können regelmäßig beim Tag der Fröhlichen Harmonika in
Inzell, beim Deutschen Akkordeonmusikpreis und anderen Ausscheidungen
unter Beweis. Einige Spielerinnen waren schon bei Fernsehauftritten
vertreten.
Nach der
Kopenhagenreise ließ sich das Orchester nicht viel Zeit zum Ausruhen,
denn das große Jubiläumskonzert im März 1997 zum 20-jährigen
Bestehen erforderte hohen Proben- und Organisationsaufwand. Außerdem
war schon jetzt die Herberge in Innsbruck für 1998 reserviert, um
erneut internationale Wettbewerbsluft zu schnuppern. Bei der excellent
organisierten Abschlussfeier im Innsbrucker Berg-Isl-Stadion wurden
die Spieler nicht enttäuscht: Die drei angetretenen Gruppen konnten
hervorragende und ausgezeichnete Prädikate sowie einen Pokal mit nach
Hause nehmen.
Im Jahre 1999
fanden die Bayerischen Akkordeonmeisterschaften für Orchester und
Spielgruppen in Germering statt. Das Schüler- und das Jugendorchester
konnten sich ausgezeichnete Plazierungen erspielen und kamen nicht mit
leeren Händen zurück: Der Sekt konnte wieder aus Pokalen getrunken
werden. Das Erwachsenenorchester musste leider aussetzen, da
zahlreiche Spieler in diesem Sommer das Abitur machten und so die
Proben zu spärlich besetzt waren. Bis zum Maisacher Marktsonntag
konnte das Unterhaltungsrepertoire aber wieder rechtzeitig
aufgefrischt werden! Während ein Teil des Orchesters an seinem Abitur
„bastelte“, waren die anderen nicht untätig: Die Satzung für
einen Förderverein des Orchesters wurde fertiggestellt und die
Gründung zu Beginn des neuen Schuljahres vollzogen. Kurz darauf
bestand der neue Vorstand mit Bravour die erste Herausforderung: die
Organisation eines großen Konzertes, am 27. November 1999 in der
Maisacher Dreifachturnhalle. Der Abend unter dem Motto: „rhythmisch
und melodisch“ wurde wieder einer voller Erfolg.
Das Schuljahr
2000/2001 war mit einigen Änderungen verbunden. Aus gesundheitlichen
Gründen musste Erich Sokollik den Taktstock angeben. Zum Glück
befanden sich willige Nachfolger in den eigenen Reihen. Das
Schülerorchester wird nun von Florian Lang, das Jugendorchester von
Christine Machl und das große Orchester von Heike Kopatz dirigiert.
Gleichzeitig wurde aus dem Förderverein der Akkordeonorchester
Maisach ein eigener eingetragener Verein AOM e. V. , der in Zukunft
die Dirigenten stellen wird. Eine enge Zusammenarbeit mit der
Musikschule wird aber weiterhin angestrebt. Den Akkordeonunterricht
erteilt auch in Zukunft Herr Sokollik im Rahmen der Musikschule
Maisach, KMS Fürstenfeldbruck.
Für Heike
Kopatz, die im April 2000 die Musiklehrerprüfung bestand, ließen die
ersten Auftritte nicht lange auf sich warten. Im Oktober 2000 stand
das Orchester anlässlich der Bayerischen Musikschultage bereits zum
ersten Mal unter ihrer Leitung in Wildbad Kreuth auf der Bühne und
wurde sogar vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet. Wenig später fand
das geplante Kirchenkonzert in der Maisacher Kirche St. Vitus statt
und wurde ein so großer Erfolg, dass es im Januar 2001 in der
katholischen Kirche in Olching noch einmal wiederholt wurde.
Unmittelbar darauf begannen die intensiven Vorbereitungen für das
Internationale Musikfestival in Innsbruck sowie für die Bayerischen
Meisterschaften in Regensburg. Das Schüler- und Jugendorchester wurde
für diesen Zweck zusammengelegt und begab sich unter der Leitung von
Christine Machl „Über Land und Meer“, während das große
Orchester nach Irland „reiste“ und die „Irische Suite“
einübte. Für beide Orchester fand jeweils ein Probenwochenende im
Gelbenholzener Jugendhaus statt, das allen viel Vergnügen bereitete.
Zusätzlich wurden einige Sonntage in der Maisacher Hauptschule
verbracht, um den Stücken den letzten Schliff zu verleihen. Die viele
Probenarbeit blieb nicht unbelohnt! Schon vom Internationalen
Musikfestival kehrte im Mai 2001 das große Orchester mit einem
dritten Preis und einer goldenen Skulptur sowie dem besten Prädikat
hervorragend zurück. Auch die Spielgruppe „Attacca“ setzte sich
in der Höchststufe überzeugend gegen die starke Konkurrenz aus
mehreren Ländern Mitteleuropas durch und erhielt das Prädikat
ausgezeichnet. Nur der Nachwuchs musste auf den ganz großen Erfolg
noch ein bisschen warten und holte sich vier Wochen später bei den
Bayerischen Meisterschaften in Regensburg den Bayerischen
Meistertitel. Weil auch das große Orchester zwei Stufen weiter auf
den ersten Platz klettern konnte, ebenfalls mit dem Prädikat
hervorragend, zählt dieser Wettbewerb wohl zu dem erfolgreichsten
für das AOM seit 1988 in Landshut, als es gleich drei erste Plätze
mit nach Hause brachte. Da sich die Pokale wieder einmal wesentlich
besser zum Sekt trinken eigneten, als die Skulptur aus
Innsbruck, floss dieser in Strömen. Mit einem Grillfest und
unterhaltsamen Beiträgen beim Begegnungsfest der Maisacher
Ortsvereine sowie beim Maisacher Marktsonntag ließ das AOM das
Schuljahr 2000/2001 ausklingen.
Im diesem
Schuljahr stand das AOM bereits am 29.9.2001 gemeinsam mit dem
Akkordeonorchester Unterpfaffenhofen I unter der Leitung von Monika
Schelle im Sportlerheim in Überacker auf der Bühne. Besonderen
Anklang beim Publikum fand der zusammen einstudierte Libertango von
Astor Piazolla mit fliegendem Dirigentinnenwechsel von Monika Schelle
und Heike Kopatz in der Mitte des Stückes. Höhepunkt des Abends war
jedoch der Auftritt des Akkordeonorchesters Stanko Mihovilic aus Pula,
unter der Leitung von Damir Buzletta. Die mit den Unterpfaffenhofenern
seit Jahrzehnten befreundeten Kroaten überzeugten sowohl mit
technischem als auch musikalischem Können, und gewannen mit Charme
und Humor die Herzen des Publikums.
Am
27. 10. 2001 stand ein Gemeinschaftskonzert mit dem Maisacher
Gesangsverein in der Maisacher Dreifachturnhalle auf dem Programm.
Nach dem gelungenen Abend stand für alle fest, dass dies sicher nicht
das letzte gemeinsame Projekt der beiden Vereine war. Mit einer
kleinen Nikolausfeier in der Hauptschule Maisach ließ der Verein das
Jahr ausklingen.
Im
März 2002 machte sich das Akkordeonorchester Maisach e.V. auf zu
einer Reise nach Prag zum 2.Internationalen Akkordeonfestival. Fast 50
Fans saßen mit im Doppeldeckerbus, um die Spieler tatkräftig zu
unterstützen. Leider konnte Erich Sokollik nicht von der Partie sein,
was von allen sehr bedauert wurde. Als man am Samstagvormittag schließlich
das Programmheft in den Händen hielt, sank die Stimmung zunächst auf
den Tiefpunkt und die Aufregung erreichte ihren Höhepunkt. Fast alle
der neun zum Teil professionellen Orchester in der Kategorie „Classic“,
die im Programmheft kurz vorgestellt wurden, konnten internationale
Preise aufweisen. Doch bis zum Auftritt am Nachmittag hatten sich die
meisten wieder gefangen und sagten sich: Auf diesem hohen Niveau
mitspielen zu dürfen ist schon eine Ehre. Um so größer war die
Freude, als der Drirgentin Heike Kopatz am Abend der dritte Preis und
das Prädikat „distinguished“ (=hervorragend, oder auch „des
Ding gwischt“ auf Bayerisch) zugeteilt wurde. Diesen riesigen Erfolg
feierten die Maisacher an zwei weiteren unvergesslichen Tagen (und Nächten)
in Prag. Kaum zu Hause angekommen wurde gleich die Planung einer „After-Prag-Party“
in Angriff genommen. Diese musste allerdings an einem Samstag
stattfinden, denn an den Dienstagen wurde die Probenarbeit sofort
wieder aufgenommen. Schließlich stand im Oktober 2002 ein großes
Jubiläumskonzert in der Maisacher Dreifachturnhalle unter dem Titel
„Best of AOM“ bereits im Terminkalender. Zu diesem Anlass wurden
die größten Erfolge des AOM, darunter „Großstadtbilder“,
„Dalmatinische Tänze“ und „Zirkus Zirkus“, zu Ehren des Gründers
Erich Sokollik wieder aufgefrischt. Dieser durfte sich gemeinsam mit
seiner Frau Lilian gemütlich auf einem eigens für ihn in die
Turnhalle transportierten Sofa zurücklehnen und die
Orchestergeschichte Revue passieren lassen. Entlassen wurde das
Maisacher Publikum mit einem fetzigen Rock, der von einem
Schlagzeugsolo bei echtem Feuerwerk gekrönt wurde.
Kurze
Zeit später brach das Orchester auf zu einem Besuch in Hamburg beim
Akkordeonorchester Hamburg-Eimsbüttel. Die beiden Hamburger Claudia
und Claus im AOM hatten dieses Treffen initiiert. Gemütlich
untergebracht in einem Jugendhaus in typischem Baustil erlebten die
Maisacher besonders „intensive Gruppenerlebnisse“ und ein
unvergessliches Gemeinschaftskonzert mit den Hamburgern bei einem
unvergleichlichen Publikum, das schon die ersten Beiträge mit
tosendem Applaus und standing-ovations belohnte.
Im
Jahr 2003 veranstalteten die Maisacher Akkordeonisten zum ersten Mal
eine Neujahrsfeier an Stelle einer Weihnachtsfeier, um den
vorweihnachtlichen Stress etwas zu reduzieren. Als Höhepunkt des
Abends stand das Quiz „Wer wird Trillionär“ auf dem Programm.
Quizmaster Jinther Gauch (Rene Rath) verlieh die goldene Triole an
Vereinsmitglieder, die Fragen aus der Orchestergeschichte mit Hilfe
des 50/50-, des Telefon- und des Publikumjokers richtig beantworten
konnten.
Im
Frühjahr gestalteten das Schüler- und Jugendorchester unter der
Leitung von Christine Machl und Florian Lang gemeinsam mit der
Blaskapelle Maisach Konzerte in der Maisacher Dreifachturnhalle und
dem Fürstenfeldbrucker Stadtsaal. Anschließend liefen die Proben auf
Hochtouren für die Bayerischen Meisterschaften in Hof im Juli 2003.
In der Elementarstufe entführte Florian Lang die Zuhörer in die Märchenwelt
(„Kleines Märchenbuch“), Christine Machl überzeugte in der
Hauptstufe die Jury mit den „Spanischen Skizzen“ vom musikalischen
Temperament der Maisacher Jugendlichen und Heike Kopatz führte in der
Oberstufe mit bekannter Leidenschaft die „Reisebilder vom Balkan“
auf. Schüler- und Erwachsenenorchester konnten ihre ersten Plätze
von Regensburg 2001 mit dem jeweils bestmöglichen Prädikat
„hervorragend“ verteidigen. Das Jugendorchester stand mit der
Bewertung „ausgezeichnet“ und dem zweiten Platz kaum nach. Bei der
anschließenden Feier im Biergarten präsentierten die Orchester ihre
Wertungsstücke spontan dem Hofer Publikum. Eine Woche später konnten
die Maisacher Bürger die mitgebrachten Pokale am Maisacher
Marktsonntag bewundern. Bei glühender Hitze wagten sich nur
eingefleischte Musiker wie Florian Lang, Andreas Brandl, Stefan
Neumaier und Wolfgang Hillreiner an die Instrumente. Mit ihrem
breitgefächerten Repertoire aus der Unterhaltungsmusik heizten sie
die Stimmung zusätzlich an. Weitere tapfere Spieler verteilten trotz
35 Grad im Schatten Flyer für die Herbstkonzerte unter dem Motto
„Faszination Akkordeon“ am 4. Oktober im Fürstenfeldbrucker Stadtsaal
und am 19. Oktober im Münchner Gasteig,
die ein voller Erfolg wurden und zahlreiche neue Zuhörer und
Zuhörerinnen aus der Kreisstadt und der Landeshauptstadt anlockten. Im
Dezember 2004 standen die Spieler Spalier an der Maisacher Kirche St.
Vitus, um ihrer Dirigentin zu ihrer Traumhochzeit zu gratulieren.
Heike trägt seitdem den Nachnamen ihres Mannes Michael Tolksdorf.
Unvergesslich
wird allen AOMlern der 13. Juni 2004 bleiben. Nach neun Jahren gewann
das Akkordeonorchester Maisach zum zweiten Mal das Internationale
Musikfestival in Innsbruck. Aus den "Reisebildern vom Balkan" von Hans
Boll zauberten die Akkordeonisten nach Aussage eines Zuhörers ein
"Fest der Töne". Aufgrund der erstmaligen Teilnahme von
außereuropäischen Orchestern aus China, Japan und Australien hießen
die Wertungsspiele zum ersten Mal "World Music Festival". Den ersten
Platz mit dem Prädikat "hervorragend" (49 von 50 möglichen Punkten) in
der Kategorie "Erwachsene Oberstufe" feierten die Maisacher
entsprechend wie die Weltmeister.
Das Jugendorchester unter der Leitung von Christine Machl nahm
ebenfalls an den Wertungsspielen teil und wurde für die Interpretation
der "Spanischen Skizzen" von Fritz Pilsl in der Kategorie
Jugendorchester Mittelstufe mit dem Prädikat "ausgezeichnet" belohnt.
Das Jahr 2005
begann mit vom Publikum trotz klirrender Kälte begeistert
aufgenommenen Kirchenkonzerten in Fürstenfeldbruck und Maisach. Ein
weiterer Höhepunkt stellte in diesem Jahr der Auftritt auf der
Bundesgartenschau in München-Riem am Tag der Laienmusik dar. Die
Maisacher Akkordeonisten verbrachten einen ganzen Tag gemeinsam mit
Freunden und Fans auf der BUGA und feierten dort gleichzeitig ihr
Sommerfest.
Nach einem
Herbstkonzert unter dem Motto “akkordeon bewegt“ in der Maisacher
Dreifachturnhalle ging Heike Tolksdorf in die Babypause. Diese Phase
wurde zunächst durch ein kurzes Intermezzo von Erich Sokollik
überbrückt, der im Januar 2006 ein Gemeinschaftskonzert mit der
Maisacher Blasmusik und dem Maisacher Gesangsverein anlässlich der
Maisacher 1200-Jahrfeier dirigierte. Anschließend übernahm Hedy
Stark-Fussnegger den Taktstock. Unter ihrer Leitung nahm das AOM an
der Radioaufzeichnung „Grüße aus Maisach“ des Bayerischen Rundfunks im
Mai 2006 teil. Im Herbst präsentierte Frau Stark-Fussnegger das mit
dem AOM erarbeitete Repertoire, unter anderem den „Tanz der Stunden“,
im August-Everding-Saal in Grünwald.
Am Ende des
Konzertes übergab sie den Dirgentenstab symbolisch zurück an Heike
Tolksdorf, die nach der Geburt ihrer Tochter die Probenarbeit wieder
aufnahm. Vorarbeit hatte bereits Frau Stark-Fussnegger geleistet,
indem sie mit dem Orchester die ersten beiden Sätze der Ballettsuite
von Rudolf Würthner erarbeitet hatte. Denn 2007 wollten sich die
Maisacher erstmals in Innsbruck beim World-Music-Festival an die
Höchststufe wagen. Nach intensiver Probenarbeit wurden sie schließlich
mit einer ausgezeichneten Bewertung belohnt. Auch Schüler- und
Jugendorchester, die zu dieser Zeit beide von Florian Lang geleitet
wurden, glänzten in ihren Kategorien mit sehr guter und
ausgezeichneter Bewertung.
2007 stand
außerdem das nächste Jubiläum vor der Tür: Das AOM wird 30! Gefeiert
wurde mit einem berauschenden Programm am 20. Oktober 2007 in der
Maisacher Dreifachturnhalle. Als Höhepunkt des Abends zeigten die
Spieler erstmals schauspielerisches Talent: In einer Parodie zu
Mozarts Kleiner Nachtmusik brachten die Musiker durch die witzig
umgesetzten Regieanweisungen des Komponisten das Publikum zum Lachen
und bekamen Standing Ovations noch bevor der letzte Ton verklungen
war. Als Überraschung für die Akkordeonisten hatten eifrige
Spieler-Mütter eine riesige Torte „AOM 30“ gebacken.
Text: Elke
Emmerich
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