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 Chronik  
 

 

30 Jahre Tastenzauber und an „Feierabend“ denkt noch keiner...

  Am 16. Dezember 1977 stand das Akkordeonorchester Maisach mit der „Feierabend-Ouvertüre“ zum ersten Mal auf der Bühne. Ob der musikalische Leiter Erich Sokollik damals zu hoffen wagte, dass er mit diesem Auftritt die „Ouvertüre“ zu einer Entwicklung legte, die aus Maisach eine wahre Akkordeonhochburg machte?

 Von Anfang an nahmen die Maisacher Akkordeonisten gerne an Wettbewerben teil. Die Möglichkeit, zu Jugendlichen aus anderen Gruppen Kontakt aufzunehmen, der Nervenkitzel bei der Preisverteilung und das Gemeinschaftsgefühl, das bei solchen Unternehmungen aufkommt, reizt die Spieler auch heute noch. Bei den Bayerischen Akkordeonmeisterschaften in Heidelberg wagte sich das Orchester 1978 zum ersten Mal vor ein Wertungsgericht und erhielt das Prädikat „gut“. Zwei Jahre später in Gersthofen stellte dasselbe Resultat sehr zufrieden, da die Konkurrenz weitaus größer war. Doch schon 1980 bei den Wertungsspielen in Straubing durfte das Ensemble fast das Siegertreppchen betreten: Mit einem vierten Platz und dem Prädikat „sehr gut“ wurden die Jugendlichen und ihr Dirigent für ihren Einsatz belohnt.

 Auch die Maisacher Bürger bemerkten in den Jahreskonzerten der Musikschule die Fortschritte der jungen Akkordeonisten, deren Zahl kontinuierlich anstieg. Im Schuljahr 1980/81 konnte das Orchester in ein Schüler- und in ein Jugendorchester aufgeteilt werden. Zusammen mit dem Traunreuther Akkordeonorchester gestalteten die neuformierten Gruppen eine festliche Matinee in der Musikhochschule in München. Im folgenden Jahr machte sich der Dirigent Erich Sokollik mit einem ersten und einem zweiten Platz bei den Bayerischen Meisterschaften in Mering selbst das schönste Geschenk zu seinem anstehenden 10-jährigen Jubiläum als Lehrer der Musikschule Maisach/Kreismusikschule Fürstenfeldbruck. Zu diesem Anlass bestritten die frischgebackenen Bayerischen Meister und Vizemeister zum ersten Mal ganz alleine ein abendfüllendes Programm. Auch die Eltern der Spieler trugen mit Talent zur Organisation und Dekoration zum Gelingen des Festkonzertes in der Turnhalle der Grundschule Maisach bei. In den kommenden Jahren wären die Konzerte des Akkordeonorchesters Maisach ohne deren Mithilfe nicht denkbar gewesen.

 Mehrere Auftritte inner- und außerhalb der Landkreisgrenzen, z.B. in der Weilheimer Fußgängerzone, sowie Arbeitswochen in der Jugendbildungsstätte Windberg, zum Teil gemeinsam mit befreundeten Orchestern, trugen dazu bei, dass die beiden Orchester an Routine gewannen. So war es nicht verwunderlich, dass die Maisacher Akkordeonisten bei den Wertungsspielen in Regensburg 1984 mit „ausgezeichnet“ abschnitten, und das Schülerorchester erneut einen Pokal (3.Platz)  mit nach Hause brachte.

 Zu Beginn des Schuljahres 1984/85 rückte aufgrund zahlreicher Abgänge aus dem Jugendorchester fast das komplette Schülerorchester auf, während mit Hilfe der Allerjüngsten eine „Nachwuchsmannschaft“ formiert wurde. Um möglichst bald wieder an den Leistungsstand vergangener Tage anknüpfen zu können, wurde in den Osterferien 1985 eine Arbeitswoche in Füssen durchgeführt. Doch schon bei den nächsten Wertungsspielen in Herzogenaurach 1986 wurden alle Bedenken, dass das Niveau der Orchester durch die zahlreichen Umbesetzungen gelitten haben könnte, zerstreut: Das neugegründete Schülerorchester erreichte bei seiner ersten Wettbewerbsteilnahme den ersten Platz, und das Jugendorchester stand in der nächsthöheren Kategorie mit einem dritten Preis kaum nach. Einige Wochen später wurde dieser Erfolg mit einem Unterhaltungskonzert im Maisacher Bräustüberl nochmals ausführlich gefeiert.

  Anschließend begannen sofort die Proben für die bis dahin weiteste Reise der Maisacher Akkordeonisten: In den Pfingstferien 1987 organisierte der Dirigent im Rahmen des 10jährigen Gründungsjahres des Orchesters eine Reise nach Spanien zum III. Internationalen Musikfestival von Callela. Konzerte unter freiem Himmel, die Bekanntschaft mit Musikern aus ganz Europa, Sonne, Strand und Meer sowie eine Stadtrundfahrt durch Barcelona machten diese Woche für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 Am 18.März 1988 ließen die beiden Orchester und ihr Dirigent Erich Sokollik bei einem großen Jubiläumskonzert die vergangenen 10 Jahre seit der Gründung des AOM Revue passieren. Eröffnet wurde der musikalische Abend mit der Feierabend-Ouvertüre, zur Erinnerung an den ersten Auftritt 1977 und  an den Gewinn des Bayerischen-Meister-Titels 1982 in Mering. Nach der Pause standen „Die Großstadtbilder“ von Hans Rauch auf dem Programm. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass diese Suite in vier Sätzen in der Orchestergeschichte ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen würde. Nur drei Monate später gelang den Akkordeonisten, unter anderem mit dem Vortrag des obengenannten Werkes, der bis dahin größte Triumph bei den Bayerischen Akkordeonmeisterschaften in Landshut. Die Maisacher nahmen mit zwei Orchestern und einer Spielgruppe in drei verschiedenen Kategorien an dieser Ausscheidung teil und landeten dreimal ganz oben, mit jeweils dem bestmöglichen Prädikat. Beim Gedanken an diese Preisverteilung bekommen alle Beteiligten noch heute eine Gänsehaut. Wieder hatte sich die intensive Vorbereitung während einer Arbeitswoche in Pullach gelohnt.

 Dieser Erfolg veranlasste das Jugendorchester, sich ein Jahr später erstmals internationaler Konkurrenz zu stellen: Ein dritter Platz beim Internationalen Musikfestival in Innsbruck, ebenfalls mit den Großstadtbildern, bestätigte das überragende Ergebnis von Landshut. Im selben Jahr lockten die Musiker erneut zahlreiche Zuhörer in die Grundschulturnhalle, um sie auf eine musikalische Weltreise zu führen, denn das Jahreskonzert 1989 stand unter dem Motto „Über Land und Meer“. Am Jahresende ging die Gruppe selbst wieder auf die Reise, einer Einladung der Schönaicher Akkordeonorchester folgend. Das gemeinsame Konzert, ein ausführliches Sonntagsfrühstück in den Backstuben einer Bäckerei und der abschließende Ausflug in die Umgebung von Schönaich ist allen in positiver Erinnerung geblieben.

 Mittlerweile hatten sich aus den Reihen der Orchesterspieler auch Spielgruppen gebildet, die zu den verschiedensten Anlässen auftreten und die Konzerte mitgestalten. Diese beteiligten sich auch bei den Bayerischen Akkordeonmeisterschaften 1990, die in Germering stattfanden. Dabei erreichten die drei Ensembles zwei erste Plätze und einen zweiten Platz. Das Jugendorchester musste bei diesem Wettbewerb erstmals in der Kategorie Senioren (Oberstufe) antreten, konnte sich aber dennoch durchsetzen und erhielt das Prädikat „hervorragend“ sowie den zweiten Preis zugeteilt. 1992 bewiesen die Spielgruppen erneut ihr Können und erspielten sich in Erlangen zwei Bayerische-Meister-Titel. Bei den Orchestern mischten diesmal die Schüler wieder ganz vorne mit und erhielten den zweiten Preis in der Elementarstufe.

 Zwei Gründe gab es im Jahre 1993, erneut ein großes Jubiläumskonzert auf die Beine zu stellen: das 15-jährige Bestehen des Akkordeonorchesters und die 20-jährige Lehrtätigkeit des musikalischen Leiters Erich Sokollik. Da die Grundschulturnhalle bei den vergangenen Konzerten bereits beinahe aus den Nähten geplatzt war, wagte man sich aus diesem Anlass in die wesentlich größere Dreifachturnhalle der Realschule Maisach, die von zahlreichen Eltern festlich dekoriert wurde. Hatte man in den vergangenen Konzerten durch Geigen- und Xylophonsoli für Abwechslung gesorgt, so wurde diesmal das von einem Bariton vorgetragene Lied „Granada“ vom Akkordeonorchester untermalt. Die Akkordeonisten hatten auf diesem Gebiet bereits in Gemeinschaftskonzerten mit dem Gesangverein Maisach und dem Männergesangverein Emmering Erfahrung gesammelt.

 Im folgenden Jahr war endlich Zeit, die lang versprochene Einladung an das Partnerorchester aus Schönaich wahrzumachen. Gemeinsam gestalteten die beiden Gruppen am 19.November 1994 ein Konzert in der Maisacher Dreifachturnhalle. Anschließend wurde bis tief in die Nacht hinein im Jugendhaus Gelbenholzen, in dem die Gäste untergebracht waren, gesungen und getanzt, wobei die Dirigenten Erich Sokollik und Wolfgang Ruß selbst zu ihren Instrumenten griffen. Das Jugendgästehaus wird vom Akkordeonorchester Maisach des Öfteren für Probenwochenenden genutzt.

 1995 standen gleich zwei Wettbewerbe auf dem Programm. Von den Bayerischen Meisterschaften in Türkheim brachte das AOM vier Pokale mit nach Hause. Beide Orchester plazierten sich in ihrer jeweiligen Kategorie auf dem zweiten Rang. Weiterhin wurden von den Spielgruppen ein zweiter und ein dritter Preis erspielt. Alle vier Formationen erhielten ausgezeichnete oder hervorragende Prädikate. Dieses Ereignis wurde aber bereits zwei Monate später durch eine andere Veranstaltung in den Schatten gestellt: Erneut packten die Spieler ihre Koffer und brachen an einem Samstag im Mai um 4.00 Uhr morgens zum V. Internationalen Musikfestival nach Innsbruck auf. Bereits um 8.00 Uhr trat dort zum ganzen Stolz ihres Lehrers eine Spielgruppe in der Höchststufe an und erhielt bei der Preisverteilung am nächsten Tag das Prädikat „ausgezeichnet“. Die zweite Spielgruppe, die in der Oberstufe teilnahm, konnte sogar einen Pokal gewinnen. Eine weitere Trophäe erspielte sich das Schülerorchester durch eine zweite Plazierung in der Elementarstufe. Alle Erwartungen übertraf jedoch das Akkordeonorchester Maisach, das sich mit den „Dalmatinischen Tänzen“ in der Oberstufe Senioren gegenüber 35 Konkurrenten aus ganz Europa durchsetzen konnte und den ersten Preis mit nach Hause nahm.

 Überwältigt von der Atmosphäre in Innsbruck und angespornt durch den Sieg stand für die Spieler schon damals fest: Im nächsten Jahr beim Internationalen Musikfestival in Kopenhagen, der Kulturhauptstadt Europas 1996, sind wir wieder dabei! Die Planungen wurden sofort in Angriff genommen, und so trat das Akkordeonorchester im Mai 1996 mit seinem Fanclub aus Eltern und Freunden die zwanzigstündige Busfahrt nach Dänemark an. Trotz einem Auftritt im Vergnügungspark Tivoli unmittelbar nach der Ankunft und der Teilnahme an den Wertungsspielen blieb noch Zeit für eine Stadtbesichtigung. In Kopenhagen stellte sich die prickelnde Gänsehaut nicht erst bei der Preisverteilung ein: Durch die intensive Probenarbeit und die gemeinsame Fahrt hatte sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das sich in der gelungenen Darbietung des Stückes „Zirkus, Zirkus“ zeigte. Schon nach dem Schlussakkord war allen klar, dass ein weiterer persönlicher Höhepunkt erreicht war, unabhängig von der Entscheidung der Wertungsrichter. Die Spieler fielen sich in die Arme und feierten ihre Leistung und ihre Freundschaft ausgiebig in den folgenden zwei Nächten bis zur Siegerehrung, bei der sie den zweiten Preis zugeteilt bekamen.

 Doch nicht nur Wettbewerbe, Konzerte und Reisen stärken das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl der jungen Musiker, auch fast jährlich stattfindende Grillfeste an umliegenden Seen, Weihnachtsfeiern und Ausflüge zum Schifahren oder Baden tragen dazu bei. Ein Teil der Reisekosten wurde durch den Verkauf von Gebäck und Getränken beim Maisacher Advent und bei der Hobbykünstlerausstellung der Gemeinde Maisach erwirtschaftet. Die musikalische Untermalung durch das AOM ist bei solchen Gelegenheiten nicht mehr wegzudenken.

 Die Erfolge des Orchesters sind auf das hohe musikalische Niveau und Engagement des Orchesterleiters Erich Sokollik zurückzuführen, der seit 1972 in Maisach Akkordeon und Schlagzeug unterrichtet und seinen Schülern eine solide Ausbildung vermittelt. Aus den Reihen der Maisacher Akkordeonisten gehen auch immer wieder Spieler mit überdurchschnittlichen solistischen Fähigkeiten hervor. Diese stellen ihr Können regelmäßig beim Tag der Fröhlichen Harmonika in Inzell, beim Deutschen Akkordeonmusikpreis und anderen Ausscheidungen unter Beweis. Einige Spielerinnen waren schon bei Fernsehauftritten vertreten.

 Nach der Kopenhagenreise ließ sich das Orchester nicht viel Zeit zum Ausruhen, denn das große  Jubiläumskonzert im März 1997 zum 20-jährigen Bestehen erforderte hohen Proben- und Organisationsaufwand. Außerdem war schon jetzt die Herberge in Innsbruck für 1998 reserviert, um erneut internationale Wettbewerbsluft zu schnuppern. Bei der excellent organisierten Abschlussfeier im Innsbrucker Berg-Isl-Stadion wurden die Spieler nicht enttäuscht: Die drei angetretenen Gruppen konnten hervorragende und ausgezeichnete Prädikate sowie einen Pokal mit nach Hause nehmen.

 Im Jahre 1999 fanden die Bayerischen Akkordeonmeisterschaften für Orchester und Spielgruppen in Germering statt. Das Schüler- und das Jugendorchester konnten sich ausgezeichnete Plazierungen erspielen und kamen nicht mit leeren Händen zurück: Der Sekt konnte wieder aus Pokalen getrunken werden. Das Erwachsenenorchester musste leider aussetzen, da zahlreiche Spieler in diesem Sommer das Abitur machten und so die Proben zu spärlich besetzt waren. Bis zum Maisacher Marktsonntag konnte das Unterhaltungsrepertoire aber wieder rechtzeitig aufgefrischt werden! Während ein Teil des Orchesters an seinem Abitur „bastelte“, waren die anderen nicht untätig: Die Satzung für einen Förderverein des Orchesters  wurde fertiggestellt und die Gründung zu Beginn des neuen Schuljahres vollzogen. Kurz darauf bestand der neue Vorstand mit Bravour die erste Herausforderung: die Organisation eines großen Konzertes, am 27. November 1999 in der Maisacher Dreifachturnhalle. Der Abend unter dem Motto: „rhythmisch und melodisch“ wurde wieder einer voller Erfolg.

 Das Schuljahr 2000/2001 war mit einigen Änderungen verbunden. Aus gesundheitlichen Gründen musste Erich Sokollik den Taktstock angeben. Zum Glück befanden sich willige Nachfolger in den eigenen Reihen. Das Schülerorchester wird nun von Florian Lang, das Jugendorchester von Christine Machl und das große Orchester von Heike Kopatz dirigiert. Gleichzeitig wurde aus dem Förderverein der Akkordeonorchester Maisach ein eigener eingetragener Verein AOM e. V. , der in Zukunft die Dirigenten stellen wird. Eine enge Zusammenarbeit mit der Musikschule wird aber weiterhin angestrebt. Den Akkordeonunterricht erteilt auch in Zukunft Herr Sokollik im Rahmen der Musikschule Maisach, KMS Fürstenfeldbruck.

 Für Heike Kopatz, die im April 2000 die Musiklehrerprüfung bestand, ließen die ersten Auftritte nicht lange auf sich warten. Im Oktober 2000 stand das Orchester anlässlich der Bayerischen Musikschultage bereits zum ersten Mal unter ihrer Leitung in Wildbad Kreuth auf der Bühne und wurde sogar vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet. Wenig später fand das geplante Kirchenkonzert in der Maisacher Kirche St. Vitus statt und wurde ein so großer Erfolg, dass es im Januar 2001 in der katholischen Kirche in Olching noch einmal wiederholt wurde. Unmittelbar darauf begannen die intensiven Vorbereitungen für das Internationale Musikfestival in Innsbruck sowie für die Bayerischen Meisterschaften in Regensburg. Das Schüler- und Jugendorchester wurde für diesen Zweck zusammengelegt und begab sich unter der Leitung von Christine Machl „Über Land und Meer“, während das große Orchester nach Irland „reiste“ und die „Irische Suite“ einübte. Für beide Orchester fand jeweils ein Probenwochenende im Gelbenholzener Jugendhaus statt, das allen viel Vergnügen bereitete. Zusätzlich wurden einige Sonntage in der Maisacher Hauptschule verbracht, um den Stücken den letzten Schliff zu verleihen. Die viele Probenarbeit blieb nicht unbelohnt! Schon vom Internationalen Musikfestival kehrte im Mai 2001 das große Orchester mit einem dritten Preis und einer goldenen Skulptur sowie dem besten Prädikat hervorragend zurück. Auch die Spielgruppe „Attacca“ setzte sich in der Höchststufe überzeugend gegen die starke Konkurrenz aus mehreren Ländern Mitteleuropas durch und erhielt das Prädikat ausgezeichnet. Nur der Nachwuchs musste auf den ganz großen Erfolg noch ein bisschen warten und holte sich vier Wochen später bei den Bayerischen Meisterschaften in Regensburg den Bayerischen Meistertitel. Weil auch das große Orchester zwei Stufen weiter auf den ersten Platz klettern konnte, ebenfalls mit dem Prädikat hervorragend, zählt dieser Wettbewerb wohl zu dem erfolgreichsten für das AOM seit 1988 in Landshut, als es gleich drei erste Plätze mit nach Hause brachte. Da sich die Pokale wieder einmal wesentlich besser zum Sekt trinken eigneten, als die Skulptur aus Innsbruck,  floss dieser in Strömen. Mit einem Grillfest und unterhaltsamen Beiträgen beim Begegnungsfest der Maisacher Ortsvereine sowie beim Maisacher Marktsonntag ließ das AOM das Schuljahr 2000/2001 ausklingen.

 Im diesem Schuljahr stand das AOM bereits am 29.9.2001 gemeinsam mit dem Akkordeonorchester Unterpfaffenhofen I unter der Leitung von Monika Schelle im Sportlerheim in Überacker auf der Bühne. Besonderen Anklang beim Publikum fand der zusammen einstudierte Libertango von Astor Piazolla mit fliegendem Dirigentinnenwechsel von Monika Schelle und Heike Kopatz in der Mitte des Stückes. Höhepunkt des Abends war jedoch der Auftritt des Akkordeonorchesters Stanko Mihovilic aus Pula,  unter der Leitung von Damir Buzletta. Die mit den Unterpfaffenhofenern seit Jahrzehnten befreundeten Kroaten überzeugten sowohl mit technischem als auch musikalischem Können, und gewannen mit Charme und Humor die Herzen des Publikums.

 Am 27. 10. 2001 stand ein Gemeinschaftskonzert mit dem Maisacher Gesangsverein in der Maisacher Dreifachturnhalle auf dem Programm. Nach dem gelungenen Abend stand für alle fest, dass dies sicher nicht das letzte gemeinsame Projekt der beiden Vereine war. Mit einer kleinen Nikolausfeier in der Hauptschule Maisach ließ der Verein das Jahr ausklingen.

 Im März 2002 machte sich das Akkordeonorchester Maisach e.V. auf zu einer Reise nach Prag zum 2.Internationalen Akkordeonfestival. Fast 50 Fans saßen mit im Doppeldeckerbus, um die Spieler tatkräftig zu unterstützen. Leider konnte Erich Sokollik nicht von der Partie sein, was von allen sehr bedauert wurde. Als man am Samstagvormittag schließlich das Programmheft in den Händen hielt, sank die Stimmung zunächst auf den Tiefpunkt und die Aufregung erreichte ihren Höhepunkt. Fast alle der neun zum Teil professionellen Orchester in der Kategorie „Classic“, die im Programmheft kurz vorgestellt wurden, konnten internationale Preise aufweisen. Doch bis zum Auftritt am Nachmittag hatten sich die meisten wieder gefangen und sagten sich: Auf diesem hohen Niveau mitspielen zu dürfen ist schon eine Ehre. Um so größer war die Freude, als der Drirgentin Heike Kopatz am Abend der dritte Preis und das Prädikat „distinguished“ (=hervorragend, oder auch „des Ding gwischt“ auf Bayerisch) zugeteilt wurde. Diesen riesigen Erfolg feierten die Maisacher an zwei weiteren unvergesslichen Tagen (und Nächten) in Prag. Kaum zu Hause angekommen wurde gleich die Planung einer „After-Prag-Party“ in Angriff genommen. Diese musste allerdings an einem Samstag stattfinden, denn an den Dienstagen wurde die Probenarbeit sofort wieder aufgenommen. Schließlich stand im Oktober 2002 ein großes Jubiläumskonzert in der Maisacher Dreifachturnhalle unter dem Titel „Best of AOM“ bereits im Terminkalender. Zu diesem Anlass wurden die größten Erfolge des AOM, darunter „Großstadtbilder“, „Dalmatinische Tänze“ und „Zirkus Zirkus“, zu Ehren des Gründers Erich Sokollik wieder aufgefrischt. Dieser durfte sich gemeinsam mit seiner Frau Lilian gemütlich auf einem eigens für ihn in die Turnhalle transportierten Sofa zurücklehnen und die Orchestergeschichte Revue passieren lassen. Entlassen wurde das Maisacher Publikum mit einem fetzigen Rock, der von einem Schlagzeugsolo bei echtem Feuerwerk gekrönt wurde.

 Kurze Zeit später brach das Orchester auf zu einem Besuch in Hamburg beim Akkordeonorchester Hamburg-Eimsbüttel. Die beiden Hamburger Claudia und Claus im AOM hatten dieses Treffen initiiert. Gemütlich untergebracht in einem Jugendhaus in typischem Baustil erlebten die Maisacher besonders „intensive Gruppenerlebnisse“ und ein unvergessliches Gemeinschaftskonzert mit den Hamburgern bei einem unvergleichlichen Publikum, das schon die ersten Beiträge mit tosendem Applaus und standing-ovations belohnte.

 Im Jahr 2003 veranstalteten die Maisacher Akkordeonisten zum ersten Mal eine Neujahrsfeier an Stelle einer Weihnachtsfeier, um den vorweihnachtlichen Stress etwas zu reduzieren. Als Höhepunkt des Abends stand das Quiz „Wer wird Trillionär“ auf dem Programm. Quizmaster Jinther Gauch (Rene Rath) verlieh die goldene Triole an Vereinsmitglieder, die Fragen aus der Orchestergeschichte mit Hilfe des 50/50-, des Telefon- und des Publikumjokers richtig beantworten konnten.

 Im Frühjahr gestalteten das Schüler- und Jugendorchester unter der Leitung von Christine Machl und Florian Lang gemeinsam mit der Blaskapelle Maisach Konzerte in der Maisacher Dreifachturnhalle und dem Fürstenfeldbrucker Stadtsaal. Anschließend liefen die Proben auf Hochtouren für die Bayerischen Meisterschaften in Hof im Juli 2003. In der Elementarstufe entführte Florian Lang die Zuhörer in die Märchenwelt („Kleines Märchenbuch“), Christine Machl überzeugte in der Hauptstufe die Jury mit den „Spanischen Skizzen“ vom musikalischen Temperament der Maisacher Jugendlichen und Heike Kopatz führte in der Oberstufe mit bekannter Leidenschaft die „Reisebilder vom Balkan“ auf. Schüler- und Erwachsenenorchester konnten ihre ersten Plätze von Regensburg 2001 mit dem jeweils bestmöglichen Prädikat „hervorragend“ verteidigen. Das Jugendorchester stand mit der Bewertung „ausgezeichnet“ und dem zweiten Platz kaum nach. Bei der anschließenden Feier im Biergarten präsentierten die Orchester ihre Wertungsstücke spontan dem Hofer Publikum. Eine Woche später konnten die Maisacher Bürger die mitgebrachten Pokale am Maisacher Marktsonntag bewundern. Bei glühender Hitze wagten sich nur eingefleischte Musiker wie Florian Lang, Andreas Brandl, Stefan Neumaier und Wolfgang Hillreiner an die Instrumente. Mit ihrem breitgefächerten Repertoire aus der Unterhaltungsmusik heizten sie die Stimmung zusätzlich an. Weitere tapfere Spieler verteilten trotz 35 Grad im Schatten Flyer für die Herbstkonzerte unter dem Motto „Faszination Akkordeon“ am 4. Oktober im Fürstenfeldbrucker Stadtsaal und am 19. Oktober im Münchner Gasteig, die ein voller Erfolg wurden und zahlreiche neue Zuhörer und Zuhörerinnen aus der Kreisstadt und der Landeshauptstadt anlockten. Im Dezember 2004 standen die Spieler Spalier an der Maisacher Kirche St. Vitus, um ihrer Dirigentin zu ihrer Traumhochzeit zu gratulieren. Heike trägt seitdem den Nachnamen ihres Mannes Michael Tolksdorf.

 Unvergesslich wird allen AOMlern der 13. Juni 2004 bleiben. Nach neun Jahren gewann das Akkordeonorchester Maisach zum zweiten Mal das Internationale Musikfestival in Innsbruck. Aus den "Reisebildern vom Balkan" von Hans Boll zauberten die Akkordeonisten nach Aussage eines Zuhörers ein "Fest der Töne". Aufgrund der erstmaligen Teilnahme von außereuropäischen Orchestern aus China, Japan und Australien hießen die Wertungsspiele zum ersten Mal "World Music Festival". Den ersten Platz mit dem Prädikat "hervorragend" (49 von 50 möglichen Punkten) in der Kategorie "Erwachsene Oberstufe" feierten die Maisacher entsprechend wie die Weltmeister. Das Jugendorchester unter der Leitung von Christine Machl nahm ebenfalls an den Wertungsspielen teil und wurde für die Interpretation der "Spanischen Skizzen" von Fritz Pilsl in der Kategorie Jugendorchester Mittelstufe mit dem Prädikat "ausgezeichnet" belohnt.

 Das Jahr 2005 begann mit vom Publikum trotz klirrender Kälte begeistert aufgenommenen Kirchenkonzerten in Fürstenfeldbruck und Maisach. Ein weiterer Höhepunkt stellte in diesem Jahr der Auftritt auf der Bundesgartenschau in München-Riem am Tag der Laienmusik dar. Die Maisacher Akkordeonisten verbrachten einen ganzen Tag gemeinsam mit Freunden und Fans auf der BUGA und feierten dort gleichzeitig ihr Sommerfest.

 Nach einem Herbstkonzert  unter dem Motto “akkordeon bewegt“ in der Maisacher Dreifachturnhalle ging Heike Tolksdorf in die Babypause. Diese Phase wurde zunächst durch ein kurzes Intermezzo von Erich Sokollik überbrückt, der im Januar 2006 ein Gemeinschaftskonzert mit der Maisacher Blasmusik und dem Maisacher Gesangsverein anlässlich der Maisacher 1200-Jahrfeier dirigierte. Anschließend übernahm Hedy Stark-Fussnegger den Taktstock. Unter ihrer Leitung nahm das AOM an der Radioaufzeichnung „Grüße aus Maisach“ des Bayerischen Rundfunks im Mai 2006 teil. Im Herbst präsentierte Frau Stark-Fussnegger das mit dem AOM erarbeitete Repertoire, unter anderem den „Tanz der Stunden“, im August-Everding-Saal in Grünwald.

 Am Ende des Konzertes übergab sie den Dirgentenstab symbolisch zurück an Heike Tolksdorf, die nach der Geburt ihrer Tochter die Probenarbeit wieder aufnahm. Vorarbeit hatte bereits Frau Stark-Fussnegger geleistet, indem sie mit dem Orchester die ersten beiden Sätze der Ballettsuite von Rudolf Würthner erarbeitet hatte. Denn 2007 wollten sich die Maisacher erstmals in Innsbruck beim World-Music-Festival an die Höchststufe wagen. Nach intensiver Probenarbeit wurden sie schließlich mit einer ausgezeichneten Bewertung belohnt. Auch Schüler- und Jugendorchester, die zu dieser Zeit beide von Florian Lang geleitet wurden, glänzten in ihren Kategorien mit sehr guter und ausgezeichneter Bewertung.

 2007 stand außerdem das nächste Jubiläum vor der Tür: Das AOM wird 30! Gefeiert wurde mit einem berauschenden Programm am 20. Oktober 2007 in der Maisacher Dreifachturnhalle. Als Höhepunkt des Abends zeigten die Spieler erstmals schauspielerisches Talent: In einer Parodie zu Mozarts Kleiner Nachtmusik brachten die Musiker durch die witzig umgesetzten Regieanweisungen des Komponisten das Publikum zum Lachen und bekamen Standing Ovations noch bevor der letzte Ton verklungen war. Als Überraschung für die Akkordeonisten hatten eifrige Spieler-Mütter eine riesige Torte „AOM 30“ gebacken.

Text: Elke Emmerich

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