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Gründer

   
 
Er kennt die Seele seines Instruments

Erich Sokollik wurde 1943 in Oberschlesien geboren. Seine Begeisterung und sein Talent für Musik zeigten sich schon früh. Als er beim Besuch eines Kurkonzertes seinen Eltern verloren gegangen war und diese sich auf die Suche nach ihrem Sohn begaben, da fanden sie ihn, auf dem Pavillon neben dem Dirigenten stehend und eifrig mitdirigierend, die Arme im Takt schwingend. Irgendetwas hatte ihn an der Darbietung des Orchesters fasziniert, und so prophezeite auch der Dirigent des Orchesters der wahrscheinlich ziemlich erstaunten Mutter des damals Fünfjährigen, dass ihr Sohn sicher einmal ein talentierte Musiker werden würde.
 

Die Jugend Erich Sokolliks stand dann auch stark im Zeichen der Musik. Über seinen Onkel kam er zum Akkordeon. Die Tatsache, dass er auf diesem Instrument sehr bald die gängigen Unterhaltungslieder spielen konnte, machte ihn viel gefragt. Nachdem er sich anfangs alles selbst beigebracht hatte, nahm er ab seinem achten Lebensjahr Unterricht und spielte nun auch in einem Akkordeonorchester mit. In besonders guter Erinnerung sind ihm noch heute die Unternemungen, in erster Linie Konzerte im In- und Ausland, sowie das Gemeinschaftsgefühl, das er als junger Mensch durch die Musik erfahren durfte.

Mit 24 Jahren konnte er seine Ausbildung am Hindenburger Konservatorium mit der Diplom-Abschlussprüfung im Fach Schlagzeug - das Fach Akkordeon wurde dort nicht unterrichtet - erfolgreich beenden, und es erfüllte sich ihm so der Wunsch auch im Berufsleben der Musik treu zu bleiben. Nach wie vor stand jedoch das Akkordeon im Vordergrund. Um in seiner Freizeit Taschengeld zu verdienen, musizierte er für die Gäste in einem Cafe mit dem Akkordeon und dem Vibraphon. Nach einigen Jahren beschloss er, dieses Mal am Münchner Konservatorium, zusätzlich die Abschlussprüfung im Fach Akkordeon zu absolvieren.

Auch der Nebenberuf des Handzuginstrumentenmachers hat sich für Erich Sokollik "so ergeben". Weil Musikinstrumente auch manchmal defekt sind, reparierte er die Akkordeons selbst. Wie das ging, hatte er von seinem Vater abgeschaut. Als der Bedarf in diesem Handwerk immer größer wurde, absolvierte er in den 80er Jahren bei der Handwerkskammer in München die Prüfung zum Handzuginstrumentenmacher, einem Beruf, in dem man sich unter anderem mit dem Akkordeon, Harmonium, Bandoneon sowie der Mundharmonika befasst.

Seine Lehrtätigkeit als Akkordeon- und Schlagzeuglehrer bei der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck begann er im Jahre 1973. Er unterrichtet rund 60 Kinder am Akkordeon und Schlagzueg. Eine Aufgabe, die ihm viel Freude bereitet, zumal er gerne mit den Kindern arbeitet. Dabei will er seinen Schülern sowohl die Fertigkeiten im Notenlesen und in der Beherrschung des Instruments als auch - und vor allem dies - den Spaß am Musizieren vermitteln.

In den vergangenen Jahren gelang es ihm, aus einer "Urzelle" drei leistungsstarke Orchester mit ansprechendem spielerischen Niveau zu formen, die an zahlreichen Wettbewerben teilnehmen und Konzerte veranstalten. Wie sehr Erich Sokollik seine Schüler begeistern konnte, kann man auch daran erkennen, dass sich immer wieder unterschiedliche Spielgruppen gebildet haben, die bei verschiedenen Anlässen einen musikalischen Beitrag leisten, wie zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern, Stadtfesten, Jubiläumsveranstaltungen, Weihnachtsfeiern usw.

Laudatio zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft beim Konzert "best of AOM" im Jahr 2002

Heike, als Dirigentin des AOM, und ich, als organisatorischer Kopf des Vereins, haben nun eine besonders ehrenvolle Aufgabe zu verrichten.
Erich, ich möchte dich dazu auf die Bühne bitten.
Während des Konzerts wurde bereits mehrfach erwähnt, dass du den Dirigentenstab vor einiger Zeit an drei deiner Spieler abgegeben hast. Dieses Konzert, das in sehr hohem Maß von deiner Arbeit als langjährigem musikalischen Leiter geprägt ist, bietet für uns den angemessenen Rahmen dich offiziell als Dirigent zu verabschieden und uns bei dir zu bedanken.

Lieber Erich!
Ein kluger Mann hat gesagt: „Nur der ist ein geborener Lehrer, welcher die Begeisterung seiner Schüler erwecken kann.“ Das kannst du wirklich besonders gut und hast es über 30 Jahre hinweg immer verstanden, deine Begeisterung für die Akkordeonmusik weiterzugeben. Und das, obwohl deine erste große Liebe gar nicht das Akkordeon, sondern das Schlagwerk war. Mit dem hast du auch das Orchester des öfteren aufgepeppt -und wir spielten in solchen Fällen einfach ohne Dirigent. Allen, die dabei waren, wird auch dein virtuoses Xylophonsolo bei der Wilhelm-Tell-Fantasie unvergessen bleiben, das du dir trotz hohem Fieber nicht hast nehmen lassen.

Dein Engagement für die Spieler war aber auch als geprüfter Handzuginstrumentenmacher stets unermüdlich; sei es, dass dich zwei Tage vor dem Wettbewerb ca. 15 Spieler anflehten, weil mal wieder ein Ton versagt hatte, sei es, dass du in der Nacht vor dem Wettbewerb das verflixte Elektronium gerichtet hast, um dann ausgerechnet bei der Preisverleihung einzuschlafen.

Doch am meisten hast Du uns – und mich als deine Nachfolgerin wohl ganz besonders - als „Lehrmeister“ und als langjähriger Dirigent des AOM geprägt. Unter deinen vielen Fähigkeiten möchte ich besonders hervorheben, dass du es vermagst, Musik so in Bildern auszudrücken, dass wir sie nicht nur hören, sondern auch sehen und fühlen konnten.

Ich kann nicht alle Höhepunkte aufzählen, die wir als Solisten, Duospieler, Ensemblespieler und natürlich als Mitglieder des AOM mit dir und dank dir erlebt haben. Außerdem sind die Erfahrungen der Spieler ohnehin ganz individuell; jeder, der hier auf der Bühne sitzt, könnte wohl stundenlang erzählen – wenn man ihm ließe. Deshalb haben wir unsere Erinnerungen oder auch unsere Zukunftspläne in diesem Album verewigt, in dem jeder Spieler persönlich eine Seite für dich gestaltet hat. Damit wünsche ich Dir viel Freude.

Wir möchten Dir damit für deinen jahrzehntelangen Einsatz danken, für die unzähligen musikalischen und persönlichen Erinnerungen und nicht zuletzt für unser Können. Dass dieses Konzert heute Abend stattfindet und sicher noch viele folgen werden, ist letztendlich dein Verdienst. Und ich denke, dass du auch in Zukunft immer für uns da sein wirst.

Aber nicht nur das Musikalische lag in deiner Hand. Auch die Organisation aller drei Orchester war lange Zeit vor allem deine Aufgabe. Egal, ob die Spieler zum „Fröhlichen Tag der Harmonika“ nach Inzell gefahren sind, in Innsbruck am Internationalen Akkordeonfestival teilgenommen haben oder gar nach Callella in Spanien gefahren sind. Obwohl ich bei dieser Fahrt nicht Teil genommen habe, werden die Erinnerungen an diese Woche noch so lebhaft erzählt, dass ich das Gefühl habe, ich war doch dabei. Auch viele bei den Spielern legendäre Probenwochenenden und Probenwochen zählen dazu. Auch der Verein, der nun schon an die 100 Mitglieder zählt, ist nicht zuletzt aus deiner Initiative und Beharrlichkeit gegründet worden. Und wie wohl sich alle fühlen, kann man sicher bei diesem Konzert sehen, hören und spüren.

Wir möchten dir daher die Ehrenmitgliedschaft im Akkordeonorchester Maisach e.V. verleihen. Ich hoffe, wir können auch in Zukunft auf deine Erfahrung und deinen musikalischen Rat zählen. Als kleine Gegenleistung für viele Stunden Zusatzproben, organisatorischen Aufwand oder bei der Reparatur von Akkordeons möchten wir dich und deine Frau für zwei Tage einladen. Für eure Wohlbefinden sorgt der Gasthof Helmer in Schwangau im Allgäu. Und natürlich würden wir uns freuen, wenn du und deine Frau uns in gut zwei Wochen nach Hamburg begleiten würdet.

Vielen Dank. (Steffi Haug, Heike Tolksdorf)