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Die Jugend Erich Sokolliks stand dann auch stark im
Zeichen der Musik. Über seinen Onkel kam er zum Akkordeon. Die Tatsache,
dass er auf diesem Instrument sehr bald die gängigen Unterhaltungslieder
spielen konnte, machte ihn viel gefragt. Nachdem er sich anfangs alles
selbst beigebracht hatte, nahm er ab seinem achten Lebensjahr Unterricht
und spielte nun auch in einem Akkordeonorchester mit. In besonders guter
Erinnerung sind ihm noch heute die Unternemungen, in erster Linie Konzerte
im In- und Ausland, sowie das Gemeinschaftsgefühl, das er als junger
Mensch durch die Musik erfahren durfte.
Mit 24 Jahren konnte er seine Ausbildung am Hindenburger
Konservatorium mit der Diplom-Abschlussprüfung im Fach Schlagzeug - das
Fach Akkordeon wurde dort nicht unterrichtet - erfolgreich beenden, und es
erfüllte sich ihm so der Wunsch auch im Berufsleben der Musik treu zu
bleiben. Nach wie vor stand jedoch das Akkordeon im Vordergrund. Um in
seiner Freizeit Taschengeld zu verdienen, musizierte er für die Gäste in
einem Cafe mit dem Akkordeon und dem Vibraphon. Nach einigen Jahren
beschloss er, dieses Mal am Münchner Konservatorium, zusätzlich die
Abschlussprüfung im Fach Akkordeon zu absolvieren.
Auch der Nebenberuf des Handzuginstrumentenmachers hat
sich für Erich Sokollik "so ergeben". Weil Musikinstrumente auch manchmal
defekt sind, reparierte er die Akkordeons selbst. Wie das ging, hatte er
von seinem Vater abgeschaut. Als der Bedarf in diesem Handwerk immer
größer wurde, absolvierte er in den 80er Jahren bei der Handwerkskammer in
München die Prüfung zum Handzuginstrumentenmacher, einem Beruf, in dem man
sich unter anderem mit dem Akkordeon, Harmonium, Bandoneon sowie der
Mundharmonika befasst.
Seine Lehrtätigkeit als Akkordeon- und Schlagzeuglehrer
bei der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck begann er im Jahre 1973. Er
unterrichtet rund 60 Kinder am Akkordeon und Schlagzueg. Eine Aufgabe, die
ihm viel Freude bereitet, zumal er gerne mit den Kindern arbeitet. Dabei
will er seinen Schülern sowohl die Fertigkeiten im Notenlesen und in der
Beherrschung des Instruments als auch - und vor allem dies - den Spaß am
Musizieren vermitteln.
In den vergangenen Jahren gelang es ihm, aus einer
"Urzelle" drei leistungsstarke Orchester mit ansprechendem spielerischen
Niveau zu formen, die an zahlreichen Wettbewerben teilnehmen und Konzerte
veranstalten. Wie sehr Erich Sokollik seine Schüler begeistern konnte,
kann man auch daran erkennen, dass sich immer wieder unterschiedliche
Spielgruppen gebildet haben, die bei verschiedenen Anlässen einen
musikalischen Beitrag leisten, wie zum Beispiel bei Geburtstagsfeiern,
Stadtfesten, Jubiläumsveranstaltungen, Weihnachtsfeiern usw.

Laudatio
zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft beim Konzert "best of AOM" im
Jahr 2002
Heike, als Dirigentin
des AOM, und ich, als organisatorischer Kopf des Vereins, haben nun eine
besonders ehrenvolle Aufgabe zu verrichten.
Erich, ich möchte dich dazu auf die Bühne bitten.
Während des
Konzerts wurde bereits mehrfach erwähnt, dass du den Dirigentenstab vor
einiger Zeit an drei deiner Spieler abgegeben hast.
Dieses Konzert, das in sehr hohem Maß von deiner Arbeit als langjährigem
musikalischen Leiter geprägt ist, bietet für uns den angemessenen Rahmen
dich offiziell als Dirigent zu verabschieden und uns bei dir zu
bedanken.
Lieber Erich!
Ein kluger Mann hat gesagt: „Nur der ist ein geborener Lehrer, welcher
die Begeisterung seiner Schüler erwecken kann.“ Das kannst du wirklich
besonders gut und hast es über 30 Jahre hinweg immer verstanden, deine
Begeisterung für die Akkordeonmusik weiterzugeben. Und das, obwohl deine
erste große Liebe gar nicht das Akkordeon, sondern das Schlagwerk war.
Mit dem hast du auch das Orchester des öfteren aufgepeppt -und wir
spielten in solchen Fällen einfach ohne Dirigent. Allen, die dabei
waren, wird auch dein virtuoses Xylophonsolo bei der
Wilhelm-Tell-Fantasie unvergessen bleiben, das du dir trotz hohem Fieber
nicht hast nehmen lassen.
Dein Engagement für
die Spieler war aber auch als geprüfter Handzuginstrumentenmacher stets
unermüdlich; sei es, dass dich zwei Tage vor dem Wettbewerb ca. 15
Spieler anflehten, weil mal wieder ein Ton versagt hatte, sei es, dass
du in der Nacht vor dem Wettbewerb das verflixte Elektronium gerichtet
hast, um dann ausgerechnet bei der Preisverleihung einzuschlafen.
Doch am meisten hast
Du uns – und mich als deine Nachfolgerin wohl ganz besonders - als
„Lehrmeister“ und als langjähriger Dirigent des AOM geprägt. Unter
deinen vielen Fähigkeiten möchte ich besonders hervorheben, dass du es
vermagst, Musik so in Bildern auszudrücken, dass wir sie nicht nur
hören, sondern auch sehen und fühlen konnten.
Ich kann nicht alle Höhepunkte aufzählen, die wir
als Solisten, Duospieler, Ensemblespieler und natürlich als Mitglieder
des AOM mit dir und dank dir erlebt haben. Außerdem sind die Erfahrungen
der Spieler ohnehin ganz individuell; jeder, der hier auf der Bühne
sitzt, könnte wohl stundenlang erzählen – wenn man ihm ließe. Deshalb
haben wir unsere Erinnerungen oder auch unsere Zukunftspläne in diesem
Album verewigt, in dem jeder Spieler persönlich eine Seite für dich
gestaltet hat. Damit wünsche ich Dir viel Freude.

Wir möchten Dir damit
für deinen jahrzehntelangen Einsatz danken, für die unzähligen
musikalischen und persönlichen Erinnerungen und nicht zuletzt für unser
Können. Dass dieses Konzert heute Abend stattfindet und sicher noch
viele folgen werden, ist letztendlich dein Verdienst. Und ich denke,
dass du auch in Zukunft immer für uns da sein wirst.
Aber nicht nur das
Musikalische lag in deiner Hand. Auch die Organisation aller drei
Orchester war lange Zeit vor allem deine Aufgabe.
Egal, ob die Spieler zum
„Fröhlichen Tag der Harmonika“ nach Inzell gefahren sind, in Innsbruck
am Internationalen Akkordeonfestival teilgenommen haben oder gar nach
Callella in Spanien gefahren sind. Obwohl ich bei dieser Fahrt nicht
Teil genommen habe, werden die Erinnerungen an diese Woche noch so
lebhaft erzählt, dass ich das Gefühl habe, ich war doch dabei.
Auch viele bei den
Spielern legendäre Probenwochenenden und Probenwochen zählen dazu. Auch
der Verein, der nun schon an die 100 Mitglieder zählt, ist nicht zuletzt
aus deiner Initiative und Beharrlichkeit gegründet worden. Und wie wohl
sich alle fühlen, kann man sicher bei diesem Konzert sehen, hören und
spüren.
Wir möchten dir daher
die Ehrenmitgliedschaft im Akkordeonorchester Maisach e.V. verleihen.
Ich hoffe, wir können auch in Zukunft auf deine Erfahrung und deinen
musikalischen Rat zählen. Als kleine Gegenleistung für viele Stunden
Zusatzproben, organisatorischen Aufwand oder bei der Reparatur von
Akkordeons möchten wir dich und deine Frau für zwei Tage einladen. Für
eure Wohlbefinden sorgt der Gasthof Helmer in Schwangau im Allgäu. Und
natürlich würden wir uns freuen, wenn du und deine Frau uns in gut zwei
Wochen nach Hamburg begleiten würdet.
Vielen Dank. (Steffi
Haug, Heike Tolksdorf)
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